Tribal
Dance ist eine relativ neue Unterart des orientalischen Tanzes, die
in der deutschen Orient-Tanzszene immer mehr Anhängerinnen findet.
Sie entstand in
den 60-er Jahren in den USA anlässlich mittelalterlicher Feste.
Die dortigen Tänzerinnen
traten auf diesen Festen auf, fanden jedoch die
Kostüme im
Glanz- und Glitter-Stil Hollywoods unpassend. Sie entwarfen
eine neue Kostümart,
bei der jeglicher Silber-Schmuck aus aller Herren
Länder verwendet
wird. Parallel dazu entwickelte sich der Tanzstil:
Tanzschritte und
Bewegungen aus der arabischen Folklore wie Baladi
oder Beduinentanz
wurden mit Elementen aus Tänzen der Ghawazee
(ägyptische
Zigeunerinnen) und des Flamenco verbunden. Das Ergebnis
erinnert an uralte
orientalische Stammestänze, daher der Name Tribal =
Stamm. Oft wird
mit Fingerzimbeln oder Säbel auf dem Kopf getanzt.
Das Besondere an diesem Stil ist, dass die Tänze nicht choreografiert,
sondern improvisiert
werden. Dies geschieht mit Zeichen und Absprachen,
einer Art Code.
So ist es möglich, in der Gruppe zu improvisieren und
trotzdem synchron
zu sein.
Der orientalische Tanz ist nach wie vor mit vielen Klischees belastet
und
wird als Kunstform
oft unterschätzt, da viele ihn immer noch als
Animationstanz
von Frauen für Männer betrachten. Hier jedoch erleben
wir eine gehörige
Portion Frauenpower jenseits der Klischees: Stolze und
aufrechte Weiblichkeit,
gepaart mit Freude und Zusammengehörigkeitsgefühl
ohne Konkurrenz.